
Lokales
Hochschule Koblenz stellt neuartiges Kamerakonzept für das Pflanzenmonitoring vor
KOBLENZ/REMAGEN. Im Rahmen einer Einweihungsfeier am Campus Remagen hat die Hochschule Koblenz das Projekt "Rotifcam" vorgestellt. In dem Vorhaben wird ein neuartiges Kamerakonzept für das Pflanzenmonitoring entwickelt. Zugleich kann sich die Hochschule über einen bedeutenden Erfolg bei der Einwerbung von Forschungsdrittmitteln freuen: Für die Weiterentwicklung des Kamerasystems erhält sie Fördermittel in Höhe von rund 480.000 Euro.
Die Mittel stammen aus dem Programm „Wissens- und Technologietransfer (WTT)/ Inwertsetzung von FuE-Ergebnissen“, das von der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz kofinanziert wird. Eingeworben wurden die Mittel von Prof. Dr. Jens Bongartz aus dem Fachbereich Mathematik, Informatik, Technik gemeinsam mit seinem Forschungsteam. Unterstützt wurde die Antragstellung durch die Abteilungen Forschung und Transfer der Hochschule Koblenz.
Im Mittelpunkt des Projekts steht das Kamerasystem „Rotifcam“, das die Effizienz des Photosyntheseprozesses von Pflanzen direkt sichtbar machen kann. Dabei nutzt das System das bekannte Phänomen der so genannten sonneninduzierten Chlorophyll-Fluoreszenz. Neu ist insbesondere der vergleichsweise einfache und kostengünstige Aufbau des Kamerasystems. Für die neuartige Anordnung von Kamerasensor und anpassbarem Filtersystem sowie für die Kameraansteuerung und die Bilddatenauswertung wurde ein Patentantrag beim Europäischen Patentamt gestellt.
Mit Hilfe der Kamera sollen Nährstoffmängel oder Schädlingsbefall bei Pflanzen frühzeitig erkannt werden – idealerweise bereits bevor Veränderungen mit dem menschlichen Auge sichtbar werden.
„Mit Rotifcam adressieren wir eine zentrale Herausforderung im modernen Pflanzenmonitoring: die präzise und frühzeitige Erkennung von Stressfaktoren und Zustandsveränderungen“, erklärt Prof. Dr. Jens Bongartz, Leiter des Projekts der Hochschule Koblenz. „Die Förderung ermöglicht es uns, unsere Forschung gezielt in Richtung praktischer Anwendung und Marktfähigkeit weiterzuentwickeln.“
Das Projekt Rotifcam bildet die Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte. Die Förderung unterstützt die Weiterentwicklung des derzeitigen frühen Prototyps zu einem vollständig integrierten und unter realen Einsatzbedingungen validierten System. Ziel ist es, eine zuverlässige Übereinstimmung mit etablierten Referenzverfahren bei der Messung der Photosyntheseaktivität nachzuweisen und die Technologie für zukünftige Anwendungen in Landwirtschaft, Umweltmonitoring und Forschung nutzbar zu machen. Langfristig sollen die Forschungsergebnisse durch die Vergabe von Lizenzen auch wirtschaftlich genutzt werden.
„Die erfolgreiche Einwerbung dieser Förderung unterstreicht die hohe Qualität unserer anwendungsorientierten Forschung“, sagt Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz. „Sie zeigt, welches Innovationspotenzial an unserer Hochschule vorhanden ist und welchen Beitrag wir zur Entwicklung zukunftsfähiger Technologien und nachhaltiger Lösungen leisten.“
Quelle: Hochschule Koblenz | Foto: Hochschule Koblenz, Susanne Dröppelmann
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